Aktuelle Hinweise
Gastvortrag am 24.06.2026, 18 Uhr c. t., PH 20
Kristina Lepold:
,Ich, einfach diskriminiert´? Vom subjektiven Erleben und dem Wissen darüber, wie es wirklich ist
Prof. Dr. Kristina Lepold (Humboldt-Universität zu Berlin):
,Ich, einfach diskriminiert´? Vom subjektiven Erleben und dem Wissen darüber, wie es wirklich ist
Abstract
Über Identitätspolitk wird seit Jahren intensiv gestritten. Immer wieder geht es dabei auch um die Frage, ob das subjektive Erleben, also die Art und Weise, wie Personen bestimmte Situationen wahrnehmen, eine angemessene Grundlage für Wissen über das, was ihnen widerfährt, bieten kann. Kritiker:innen der Identitätspolitik behaupten, dass im Rahmen von Identitätspolitik einzig die persönliche Betroffenheit von Menschen zähle; es gehe bloß noch darum, wie sich Leute fühlen. So reiche es heute schon, sich diskriminiert zu fühlen, um behaupten zu können, dass man tatsächlich diskriminiert werde. In meinem Vortrag möchte ich fragen, ob diese Kritik an der Identitätspolitik in der Sache gerechtfertigt ist. Ich möchte anders gesagt inhaltlich prüfen, was sich auf Grundlage des subjektiven Empfindens, also des eigenen Eindrucks oder der Wahrnehmung einer Situation, wissen lässt und was nicht. Begibt sich jeder, der eine persönliche Erfahrung geltend macht, um eine Überzeugung zu stützen, oder der allgemeiner meint, das eigene Erleben sei eine Quelle von Wissen, erkenntnistheoretisch auf zweifelhaftes Terrain? Ich werde in meinem Vortrag drei Thesen vertreten: Erstens können Personen auf Basis ihrer Wahrnehmung einiges, wenn auch häufig nicht alles darüber wissen, was ihnen in einer bestimmten Situation widerfährt. Zweitens können Personen auf Basis wiederkehrender Erfahrungen zu Wissen der Art gelangen, dass sie allgemein von Rassismus oder Sexismus oder anderen Formen der Diskriminierung betroffen sind. Drittens ist die große Skepsis, mit der häufig auf Vorwürfe von Rassismus oder Sexismus reagiert wird, nicht nur epistemisch, sondern auch moralisch problematisch.
Aufhebung der Einschränkung der Prüfungsmöglichkeiten auf Hauptseminare (oder Kolloquien) in den M.A.-Modulen M.Phi.100 und M.Phi.104-107
Die Änderung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in den Amtlichen Mitteilungen abgebildet (wir warten noch darauf), das Philosophische Seminar hat sie aber schon im Lehrplan für das kommende Semester berücksichtigt. Dadurch haben Master-Studierende eine deutlich größere Auswahl an Lehrveranstaltungen bei der Belegung der Module.
Leitlinien zum Umgang mit KI-Werkzeugen in Prüfungsleistungen am Philosophischen Seminar
Das Philosophische Seminar möchte auch künftig schriftliche Arbeiten wie Essays und Hausarbeiten als Prüfungsformen beibehalten, da es sich hierbei um für das fachliche Lernen besonders fruchtbare Formate handelt. In Lehrveranstaltungen wird transparent kommuniziert, dass beim Anfertigen dieser Arbeiten der Einsatz von KI-Werkzeugen lediglich in dem Rahmen erlaubt ist, der dem Philosophieren und philosophischen Lernen nicht entgegensteht. Von Studierenden wird erwartet, dass sie sich eigenständig mit den philosophischen Gedanken und Texten anderer auseinandersetzen, eigene philosophische Überlegungen entwickeln und diese gemäß den wissenschaftlichen Standards des Faches verschriftlichen.
Leitlinien:
Die Lehrenden des Philosophischen Seminars erwarten bei schriftlichen Arbeiten, die als Prüfungsleistungen eingereicht werden,
September 2025