Aktuelle Hinweise


Mittwoch, 17.06.2026, 13 Uhr s.t. – 14.00 Uhr, PH 0.133

Lilli Piehler zum Thema
Die Moral des Aussteigertums

Halbgares und Philosophie am Philosophischen Seminar


Die Idee
Studierende und Lehrende des Philosophischen Seminars treffen sich zum informellen Austausch über philosophische Fragen und Ideen. Vorgestellt werden können erste Ideen für Hausarbeiten, Referate, Aufsätze etc. Gerne können auch offene Fragen aufgeworfen, philosophische Verwunderung oder Zweifel geäußert werden. Es soll vor allem darum gehen, gemeinsam über spannende philosophische Themen nachzudenken.

Das Format
Jede Sitzung beginnt mit einem Input von max. 15 Minuten, danach folgen 45 Minuten gemeinsamer Überlegungen und Diskussion. Währenddessen kann gerne mitgebrachtes Essen verspeist oder ein schmackhafter Kaffee getrunken werden.

Termin und Ort
Mittwochs (14-tägig, antizyklisch zu den Gastvorträgen) von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr (s. t.), PH 0.133, Humboldtallee 19.


Gastvortrag am 19.06.2026, 18 Uhr c.t., Adam von Trott-Saal, Alte Mensa Wilhelmsplatz

Prof. Sarah Buss (University of Michigan):

My Life, Your Life, and Our Life Together: How Should We Draw Boundaries and Weigh Reasons?


Abstract:
This paper begins with two claims that most people endorse: (1) There is a morally significant respect in which no human being is more important than any other human being; (2) The relationships that mean most to us involve attributing far more importance to the needs and interests of a few human beings than to the needs and interests of all others. What, I ask, is the relationship between these two claims? What does the value of our personal relationships imply about the nature and scope of our moral obligations to those we do not love? I suggest that we approach this question by considering how we should draw the boundary between our lives and the lives of others. Where this boundary lies, I suggest, depends on how living “one’s own” life relates to the ideal of human solidarity.

GPK-Vortrag Sarah Buss

Gastvortrag am 24.06.2026, 18 Uhr c.t., PH 20

Prof. Dr. Kristina Lepold (Humboldt-Universität zu Berlin):

,Ich, einfach diskriminiert´? Vom subjektiven Erleben und dem Wissen darüber, wie es wirklich ist


Abstract
Über Identitätspolitk wird seit Jahren intensiv gestritten. Immer wieder geht es dabei auch um die Frage, ob das subjektive Erleben, also die Art und Weise, wie Personen bestimmte Situationen wahrnehmen, eine angemessene Grundlage für Wissen über das, was ihnen widerfährt, bieten kann. Kritiker:innen der Identitätspolitik behaupten, dass im Rahmen von Identitätspolitik einzig die persönliche Betroffenheit von Menschen zähle; es gehe bloß noch darum, wie sich Leute fühlen. So reiche es heute schon, sich diskriminiert zu fühlen, um behaupten zu können, dass man tatsächlich diskriminiert werde. In meinem Vortrag möchte ich fragen, ob diese Kritik an der Identitätspolitik in der Sache gerechtfertigt ist. Ich möchte anders gesagt inhaltlich prüfen, was sich auf Grundlage des subjektiven Empfindens, also des eigenen Eindrucks oder der Wahrnehmung einer Situation, wissen lässt und was nicht. Begibt sich jeder, der eine persönliche Erfahrung geltend macht, um eine Überzeugung zu stützen, oder der allgemeiner meint, das eigene Erleben sei eine Quelle von Wissen, erkenntnistheoretisch auf zweifelhaftes Terrain? Ich werde in meinem Vortrag drei Thesen vertreten: Erstens können Personen auf Basis ihrer Wahrnehmung einiges, wenn auch häufig nicht alles darüber wissen, was ihnen in einer bestimmten Situation widerfährt. Zweitens können Personen auf Basis wiederkehrender Erfahrungen zu Wissen der Art gelangen, dass sie allgemein von Rassismus oder Sexismus oder anderen Formen der Diskriminierung betroffen sind. Drittens ist die große Skepsis, mit der häufig auf Vorwürfe von Rassismus oder Sexismus reagiert wird, nicht nur epistemisch, sondern auch moralisch problematisch.


Ab dem WiSe 25/26 können in den M.A.-Modulen M.Phi.100 und M.Phi.104-107 die „großen“ Modulprüfungen (Hausarbeiten und mündliche Prüfungen) grundsätzlich auch in Seminaren abgelegt werden, denen diese Module zugeordnet sind, und nicht mehr nur in Hauptseminaren (und Kolloquien). Welche konkrete Prüfungsform dabei angeboten wird, entscheiden die Lehrenden.
Die Änderung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in den Amtlichen Mitteilungen abgebildet (wir warten noch darauf), das Philosophische Seminar hat sie aber schon im Lehrplan für das kommende Semester berücksichtigt. Dadurch haben Master-Studierende eine deutlich größere Auswahl an Lehrveranstaltungen bei der Belegung der Module.

 
Leitlinien zum Umgang mit KI-Werkzeugen in Prüfungsleistungen am Philosophischen Seminar

Das Philosophische Seminar möchte auch künftig schriftliche Arbeiten wie Essays und Hausarbeiten als Prüfungsformen beibehalten, da es sich hierbei um für das fachliche Lernen besonders fruchtbare Formate handelt. In Lehrveranstaltungen wird transparent kommuniziert, dass beim Anfertigen dieser Arbeiten der Einsatz von KI-Werkzeugen lediglich in dem Rahmen erlaubt ist, der dem Philosophieren und philosophischen Lernen nicht entgegensteht. Von Studierenden wird erwartet, dass sie sich eigenständig mit den philosophischen Gedanken und Texten anderer auseinandersetzen, eigene philosophische Überlegungen entwickeln und diese gemäß den wissenschaftlichen Standards des Faches verschriftlichen.

Leitlinien:

Die Lehrenden des Philosophischen Seminars erwarten bei schriftlichen Arbeiten, die als Prüfungsleistungen eingereicht werden, 

  • dass diese selbstständig angefertigt wurden und KI-Werkzeuge, wenn überhaupt, ausschließlich für die Literaturrecherche sowie für Korrektur- oder Übersetzungszwecke genutzt wurden;
  • dass die Arbeiten weder in Teilen noch in Gänze durch KI-Werkzeuge erstellt wurden, sondern in Struktur, Inhalt und sprachlicher Ausgestaltung eine eigenständige Leistung darstellen;
  • dass die Vorschläge der verwendeten KI-Werkzeuge für Literaturrecherche, Korrektur oder Übersetzungen überprüft und ggf. bearbeitet wurden und die Studierenden die volle Verantwortung für den eingereichten Text übernehmen;
  • dass die Studierenden zur Kenntnis genommen haben, dass die Verwendung von KI-Werkzeugen für die Textproduktion als Täuschungsversuch geahndet wird sowie,
  • dass die direkte oder sinngemäße Übernahme fremden Gedankenguts ohne korrekte Belege als Plagiat geahndet wird.


September 2025