Marcel Smolinski, M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Lebenslauf
- Seit 2024: Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Professur für Theorie und Methoden der Geschichtswissenschaft am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Georg-August-Universität Göttingen
- 2022 – 2024: Master-Studium der Geschichte (HF) und Philosophie (NF) an der der Georg-August-Universität, Göttingen, Abschluss: Master of Arts
- 2022 – 2024: Studentische Hilfskraft an der Professur für Theorie und Methoden der Geschichtswissenschaft am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Georg-August-Universität Göttingen
- 2018 – 2022: Studium 2-Fach Bachelor Geschichte und Philosophie an der Georg-August-Universität, Göttingen, Abschluss: Bachelor of Arts
Forschungsinteressen
- Körpergeschichte
- Normalitätskonzepte
- Wissensgeschichte
- Geschichte der Radioaktivität im Spannungsfeld Natur und Körper
- Geschichte der Neuzeit
- Theorie und Methode(n) der Geschichtswissenschaft
Promotionsthema
Arbeitstitel: (Un-)Sichtbares hervorbringen: Strahlung zwischen wissenschaftlich-medizinischer und 'okkulter' Wissenspraxis in der BRD, 1950–1980
Projektskizze:
Wie wurde „Strahlung“ in der Bundesrepublik der 1950er bis 1980er Jahre durch unterschiedliche Praktiken sichtbar, messbar und deutbar gemacht – und wie entstanden dabei Grenzen zwischen wissenschaftlichen und „okkulten“ Wissensfeldern? Das ist die Leitfrage dieses Dissertationsprojekts, das wissenschaftlich-medizinisches Handeln (Radiologie und Strahlenschutz) ebenso in den Blick nimmt wie „okkulte“ Praxisformen (Radiästhesie und Kirlianfotografie).
Die leitende Arbeitsthese lautet: Was als Strahlung gilt und wie sie sichtbar gemacht wird, ist nicht naturgegeben, sondern wird durch Akteur/innen, Instrumente und institutionelle Kontexte historisch, technisch und kulturell hergestellt. Damit wird nicht bestritten, dass es physikalische Strahlung gibt; untersucht wird vielmehr, wie Strahlung in unterschiedlichen historischen Verfahren und epistemischen Feldern erst zu etwas wird, das gemessen, gedeutet, reguliert oder gefürchtet werden kann.
Statt die Legitimität der untersuchten Felder vorab zu bewerten, fragt die Studie zunächst symmetrisch danach, welche je eigene Version von „Strahlung“ die jeweilige Praxis hervorbringt – ob im Messprotokoll einer Strahlenschutzbehörde oder im Ausschlag einer Wünschelrute. In einem zweiten Schritt rückt in den Blick, wo und wie die Quellen – etwa Verordnungen, Fachzeitschriften, Vereinspublikationen oder populärwissenschaftliche Zeitschriften – selbst Grenzen zwischen wissenschaftlicher Anerkennung und Ausschluss markieren.
Lehrveranstaltungen
- Sommersemester 2026:
- Umwelt und Okkultismus: Historische und theoretische Perspektiven auf die Beziehung zwischen Natur und Geheimnis in der Moderne
- Wintersemester 2025/26:
- Geschichte(n) der Atombombe
- Sommersemester 2025:
- Der Mensch als „Monstrum“: Geschichtstheoretische und -methodische Perspektiven auf „Normalität/Normativität“ in der Neuzeit
- Wintersemester 2024/25:
- Körpergeschichte: Der konstruierte und wirkmächtige Körper in der Geschichtswissenschaft
Publikationen und Vorträge
- Vorträge:
- 06/2026: Forschungskolloquium für Neuere Geschichte, Georg-August-Universität Göttingen
Titel: Die Konstruktion des (Un-)Sichtbaren: Eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, okkulten Wissensräumen und gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen am Beispiel der Strahlung im Atomaren Zeitalter
- 06/2025: Zusammen mit Prof. Stefan Haas im Rahmen der Veranstaltung „More-Than-Human Histories“ (Göttingen)
Titel: Der Cyborg als Akteur
- 05/2024: Kolloquiumsvortrag im Rahmen der Master-Abschlussarbeit (Göttingen)
Titel: Die Haut der Weimarer Republik – Kulturelle Symbolik und Wirkungsmacht der Haut in den körperbezogenen Wissensräumen der Weimarer Republik
- 2021: Kolloquiumsvortrag im Rahmen der Bachelor-Abschlussarbeit (Göttingen)
Titel: Etablierte und Außenseiter im „Herzen der Finsternis“ – Kolonialphantasien und Machtdynamiken in Joseph Conrads „Heart of Darkness“
Betreute Abschlussarbeiten
- Bachelorarbeit: „Diskursanalytische Untersuchung des Scheiterns der deutschsprachigen Homophilenbewegung (1952–1962)“, Dominik Juch (Zweitbetreuung)
- Bachelorarbeit: „Körperpolitik und Subjektivierung im Nationalsozialismus: Eine Analyse zur Konstruktion des „arischen“ Frauenbildes anhand von Propagandaplakaten“, Tabea Niemczyk (Erstbetreuung)
- Bachelorarbeit: „Die Verbindung von Geschichte und Soziologie. Ein idealtypischer Entwurf einer modernen Historischen Soziologie aufbauend auf den Überlegungen von H.U. Wehler und W. H. Sewell zu den Chancen und Schwierigkeiten einer Fächerfusion“, Xandro Saathoff (Zweitbetreuung)