Gruppenkonflikte in der Lehre: Zwischen Moderation und Intervention
Termine und Arbeitseinheiten: 12 AE
- Mo, 22.06.2026, 09:00 – 17:00 Uhr in Präsenz (8 AE)
- Di, 23.06.2026, 13:00 – 17:00 Uhr in Präsenz (4 AE)
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis spätestens 08.06.2026 an.
Spätere Anmeldungen werden abhängig vom Anmeldestand noch berücksichtigt.
Inhalt:
Konfliktfelder werden vielschichtiger, Kommunikationsmuster zunehmend konfrontativer, systemische und persönliche Belastungen nehmen zu. Diese Entwicklung prägt die Diskurs-Kultur auch in universitären Lehrveranstaltungen mit. Das gilt verstärkt, wenn „aufgeladene“ Themen wissenschaftlich in den Blick genommen werden. Zum Beispiel können in Lehrveranstaltungen Diskussionen „leicht“ eskalieren, die thematisch im Kontext politischer Auseinandersetzungen bzw. mit aus Sicht der Teilnehmenden grundlegenden Werten und Aspekten des eigenen Weltbilds verkoppelt sind. Anlass für eskalierenden Streit kann unabhängig von den konkreten Themen auch sein, wenn persönliche Erwartungen hinsichtlich von „Do´s und „Don´ts“ in Diskussionen frontal mit wechselseitigen Negativzuschreibungen ausgetragen werden. Dabei kann die lehrende Person als moderierende oder schlichtende Instanz gefragt sein sowie auch selbst im Konflikt stehen.
Diese Veranstaltung soll im geschützten Raum die Bildung einer Basiskompetenz im Umgang mit entsprechenden Situationen im Kontext von auf Lehr-Lernsituationen ermöglichen. Dazu werden folgende Elemente konzeptionell erarbeitet und in Übungsszenarien vertieft.
- Was ist ein Konflikt? Welche Gruppenkonflikte kann es typischerweise (in Lehr-Lernsituationen) geben?
- Wie entstehen Konflikte, welche Eskalationsstufen gibt es? Welche Arten von Konflikten gibt es?
- Wie ist die eigene Disposition in Konfliktsituationen und wie kann diese entwickelt werden?
- Welche deeskalierenden Lösungsstrategien gibt es in Lehr-Lernsituationen und wie weit reicht die Verantwortung der lehrenden Person (nicht)?
- Was ist die Rolle der Lehrperson in eskalierenden Diskursen, und wie kann die Person gut mit bewusst reflektierter Haltung „bei sich bleiben“ bzw. in persönlichen Belastungssituationen Klarheit zurückgewinnen?
- Was sind Grenzen der Selbsthilfe in Konflikten für Lehrende und wie sehen dann Strategien des Umgangs mit Konflikten / Streit dieser Art aus?
Für die Übungen sollten vorab Beispiele eingereicht werden, damit Übungen mit Echtsituationen möglich werden. (Auf Wunsch verfremdet / anonymisiert)
Voraussetzung für die Teilnahme ist die Verpflichtung, persönliche Aspekte und Dynamiken vertraulich zu behandeln, Reflexion zu geben und zu nehmen und sich auf Unterschiedlichkeit einzulassen.
Lernziele:
Die Teilnehmenden können
- sich in Konflikten orientieren und haben dabei die eigene Rolle und die eigenen Anliegen im Blick;
- passende Bewältigungsstrategien abwägen und in Echtsituationen anwenden;
- Beteiligung, Moderation und Abgrenzung in Konfliktsituationen abwägen und realisieren;
- weitere Unterstützung anfragen.
Veranstaltungsort
Präsenz: Göttingen, Waldweg 26, Raum 3.119
Arbeitsformen:
- Referenteninputs
- Teilnehmendenbeispiele
- Einzelreflexionen
- Übungen in Kleingruppen
- kollegiales Feedback
- Diskussionen
Kurssprache: Deutsch
Workshopleitung:
Holger Epstein: ist seit 2017 zentraler Konfliktmanager der Universität. Er ist Diplom Kaufmann und wurde interdisziplinär mit einer Schrift über „Bewußsteins- und Organisationsentwicklung….“ promoviert. Er ist zertifizierter Projektmanager und zertifizierter Mediator und ausgebildet, auch tief eskalierte Konflikte zu begleiten. Darüber hinaus verfügt er über langjährige Erfahrungen in der Lehre (u.a. Management und Organisation, Kommunikation), im Coaching von Fach- und Führungskräften und in der Begleitung von Veränderungsprozessen.