2026 widmet sich die Geschichtsdidaktik Dresden in Kooperation mit der Religionspädagogik der Georg-August-Universität Göttingen dem Lehrmodul Zeitgeschichtliche Familienarchive aus Schüler:innenperspektive (ZFS). Zeitgeschichtliche Familienarchive aus Schüler:innenperspektive (ZFS)
Das Lehr- und Forschungsmodul „Zeitgeschichtliche Familienarchive aus Schüler:innenperspektive“ geht von den Interessen der Schüler:innen aus. Sie werden von ihren Lehrkräften gebeten, eine Familienquelle zur Transformationszeit mit in den Unterricht zu bringen. Hier machen sie ihre Quellen und ihre Geschichten für ihre Mitschüler:innen zugänglich. Dieses Vorgehen ist strukturell in eine Lehrerkräftefortbildung integriert. Ziel ist es, familiäre Quellenkompendien im Klassengefüge zu erstellen. In einem nächsten Schritt ordnen und didaktisieren Lehramtsstudierende die Schüler:innenquellen. Die Didaktisierung wird anschließend von den Lehrpersonen geprüft. Die so geordneten Quellen werden schließlich im Museum ausgestellt und als Kompendium digital veröffentlicht. Auch die begleitende didaktische Handreichung wird digital publiziert. Diese Produkte des strukturellen didaktischen Doppeldeckers stellen den Ausgangspunkt für künftige Lehrmodule dar, die geteilte Geschichte in eine gemeinsame Gegenwart überführen: Anhand der Liebesbriefe ihrer Großeltern, anhand der vom ersten Westgeld gekauften Ohrringe ihrer Mutter, anhand der Ausschussware, die in Form des jährlich zu Weihnachten herausgeholten Nussknackers die lebensweltlichen Auswirkungen des Devisenhandels vor Augen führen.
Dieses lebensweltliche Erzählen schätzt individuelle Lebensläufe wert und verbindet das Individuum mit Geschichte. Das ist es, was ZFS leisten möchte.
Wir danken der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für die Förderung und freuen uns auf die Umsetzung dieses lebendigen, partizipativen Bildungsprojektes.