Abendvorträge

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Der Vortrag "Prodesse et delectare. Welterklärung und Weltdeutung in Kupferstichserien von Maarten de Vos bis Hendrick Goltzius" findet nicht mehr am 10. Dezember 2025, sondern am 21. Januar 2026 statt.


Teilnahme auch online via BBB möglich: BBB



Prof. Dr. Burcu Dogramaci
Mittwoch, 14. Januar 2026, 18:30 Uhr
Die Kunst der Ausstellung von Migration – das Ausstellen von Kunst der Migration. Einige Überlegungen zwischen Forschung und Kuration


In ihrem Vortrag berichtet die an der LMU München lehrende Kunsthistorikerin Burcu Dogramaci von ihrer wissenschaftlichen und kuratorischen Praxis im Umgang mit Migration, Kunst und Gestaltung: 2025 setzte sie mit Marta Smolińska die Ausstellung "Süße Heimat:
Deutsch-türkisches Leben in der Kunst" im Kunstmuseum Ahlen um, 2026 wird sie mit Manuel Gogos die Ausstellung "Tapetenwechsel - Über Mobilität und Mobiliar" im Stadtmuseum Berlin kuratieren. Wie lassen sich Forschungsergebnisse im Format der Ausstellung kommunizieren? Wie können Vielstimmigkeit und fragmentarische Erzählungen in eine räumlich funktionierende und sinnlich erfahrbare Dramaturgie übersetzt werden?


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Prof. Dr. Iris Wenderholm
Mittwoch, 21. Januar 2026, 18:30 Uhr
Prodesse et delectare. Welterklärung und Weltdeutung in Kupferstichserien von Maarten de Vos bis Hendrick Goltzius


Im 16. Jahrhundert wurden viele liebgewonnene Grundannahmen erschüttert: Nach der Reformation gab es auf einmal eine alternative christliche Glaubensrichtung, während sich durch das Erkunden der Welt die Erkenntnis durchsetzte, dass mehr als drei Kontinente existieren mussten. Die Erfahrung von Differenz und Relativierung bekannter Wissensbestände dürfte die Zeit geprägt haben. Die Künstler der Zeit scheinen diese weltpolitischen und naturkundlich-systematischen Herausforderungen mit viel Freude am Experiment angenommen zu haben. So besaß gerade die Vierzahl der Kontinente großes Potential für das Denken in Quarternitäten: die Kontinente konnte mit den vier Jahreszeiten, den Hauptwinden, den Lebensaltern und den Elementen gleichgesetzt und verglichen werden. Dabei gelang es gerade mit dem intellektuell anspruchsvollen und artifiziellen Medium der Druckgraphik, neue Erkenntnisse aufzubereiten und zu vermitteln. Einen bedeutenden Stellenwert nahmen hier die Kupferstecher um Maarten de Vos und Hendrick Goltzius ein, die mit einer Vielzahl von Reihen und Serien die Ordnung der Welt visualisierten. Ihre Werke definierten fortan den „Gold standard“ frühneuzeitlicher Druckgraphik: Das Erklären der Welt und das Deuten ihrer Phänomene gelang durch Vergnügen und durch Belehrung – mit kunstvoll gestalteten Körpern zum Erfreuen des Auges und mit humanistischen Versen zur Erklärung der komplexen Wissensbilder.


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