Text+: Forschungsdateninfrastruktur für text- und sprachbasierte Forschung wird weiter ausgebaut
Nr. 23.6 - 13.07.2026
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 10. Juli 2026 die Förderung der Forschungsdateninfrastruktur „Text+“ für zwei weitere Jahre mit insgesamt rund sechs Millionen Euro beschlossen. Als mitantragstellende Einrichtung war die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) bereits in der ersten Förderphase beteiligt und übernimmt nun als Antragstellerin für die Universität Göttingen die Verantwortung für die finanzielle, organisatorische und strategische Weiterentwicklung des Vorhabens.
Am Göttingen Campus trägt sie damit zur weiteren Stärkung des NFDI-Standortes Göttingen mit nunmehr 17 fachlichen und methodischen NFDI-Konsortien bei. In der zweiten Förderphase von Text+ soll die in den vergangenen Jahren aufgebaute Forschungsdateninfrastruktur für text- und sprachbasierte Forschungsdaten weiterentwickelt, verstetigt und noch stärker in die wissenschaftliche Praxis integriert werden.
„Die Weiterförderung von Text+ ist ein starkes Signal für die Forschungsdateninfrastrukturen in Deutschland und für den Forschungsstandort Göttingen. Text- und sprachbezogene Daten sind ein wesentlicher Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses und zugleich eine zentrale Grundlage für die Qualität von Sprachmodellen und Künstlicher Intelligenz. Zusammen mit den drei anderen NFDI-Konsortien der ‘Humanities@NFDI’-Gruppe können wir in der zweiten Förderphase die gemeinsam aufgebauten Strukturen festigen, unsere Angebote nachhaltig verankern und die Idee einer gemeinsamen ‘One NFDI’ vorantreiben“, erläutert der Sprecher für Text+, Prof. Dr. Philipp Wieder von der Universität Göttingen.
Der Fokus der zweiten Förderphase, beginnend ab Oktober 2026, liegt auf dem Betrieb einer stabilen und leistungsfähigen Infrastruktur, der Konsolidierung und Weiterentwicklung zentraler Dienste für das Forschungsdatenmanagement sowie der langfristigen Sicherung und Bereitstellung von Daten. Zugleich wird Text+ seine Angebote noch enger am Bedarf der wissenschaftlichen Communitys ausrichten und die Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb und außerhalb der NFDI weiter vertiefen. Die FAIR-Data-Prinzipien zur Förderung einer offenen Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten sind dabei zentral für das Angebot.
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur, mit der Bund und Länder seit 2019 den Aufbau verlässlicher Strukturen für den Umgang mit Forschungsdaten fördern, hat zum Ziel, Forschungsdaten aus allen Wissenschaftsbereichen langfristig zugänglich, interoperabel und nachnutzbar zu machen. Die Konsortien decken vielfältige Wissenschaftsdisziplinen ab: von Kultur- über Sozial-, Geistes- und Ingenieurwissenschaften bis hin zu Lebens- und Naturwissenschaften. Dazu arbeiten Fachcommunitys gemeinsam mit Universitäten, Bibliotheken, Rechenzentren, Archiven und weiteren Infrastruktureinrichtungen an Standards, Diensten und Beratungsangeboten für ein nachhaltiges Forschungsdatenmanagement.
Die Entscheidung zur Weiterförderung fällt in eine Phase, in der auch die NFDI insgesamt strategisch weiterentwickelt wird. Bund und Länder haben im Juli 2026 die Grundlage für eine langfristige Fortführung der NFDI über das Jahr 2028 hinaus beschlossen. Ziel ist eine stärker koordinierte, nachhaltige und leistungsfähige Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland. Text+ wird dazu weiterhin einen wichtigen Beitrag für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung leisten.
Kontakt:
Prof. Dr. Philipp Wieder
Spokesperson für Text+
Georg-August-Universität Göttingen
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Platz der Göttinger Sieben 1, 37077 Göttingen
Telefon: +49 551 39-30104
E-Mail: philipp.wieder@gwdg.de
Internet: https://gwdg.de/research-education/researchgroup_wieder/